Zucker oder Süßstoff?

25. November 2011

Uns fällt es extrem schwer, auf Zucker zu verzichten. Unser Gehirn reagiert mit Belohnungsstoffen auf den Verzehr von Süßigkeiten und der Drang nach vermehrter Aufnahme nimmt zu. Zahnärzte und Ernährungsexperten warnen jedoch vor vermehrter Einnahme von Zucker.

Mittlerweile leiden bereits 12% der 20-79 Jährigen unter der Zuckerkrankheit Diabetes (Typ 2), in den 60er Jahren waren es lediglich 0.6%.

Vielfach wird Zucker durch Süßstoff ersetzt jedoch stellt sich die Frage, ob der Süßstoff wirklich die passende Alternative darstellt, denn unser Gehirn benötigt Zucker. Täglich verbrennt es im Durchschnitt 130g Glukose, je mehr wir arbeiten, desto mehr Zucker benötigen wir (Peters, 2011). Personen die Süßstoff dem Zucker vorziehen, nehmen dem Körper den Zucker, den er benötigt.

Darüber hinaus löst Süßstoff eine vermehrte Nahrungsaufnahme aus. Eine Studie an Ratten (Purdue University, USA) konnte zeigen, dass diese nach der Einnahme von Süßstoff vermehrt Nahrung zu sich nahmen im Vergleich zu Ratten, die zuvor keinen Süßstoff bekamen. Auch wenn solch eine Studie nicht ein zu eins auf den Menschen zu übertragen ist, so stellt sie einen ersten Hinweis dar. Der Diabetologe Peters (2011)  geht davon aus, dass Süßstoffe das Gehirn täuschen und Appetit anregen mit der Folge, dass Menschen noch mehr Nahrung zu sich nehmen.

Da die Einnahme von Süßstoff vermehrt kritisch betrachtet wird, setzt die Lebensmittelindustrie verstärkt auf gesundere Alternativen wie Fruchtzucker (Fruktose). Der Einfachzucker Fruktose kommt in der Natur in Honig und Früchten vor. Allerdings warnte  das Bundesinstitut für Risikobewertung (2009) explizit vor der Einnahme von Limonaden, die mit Fruktose gesüßt werden. Eine Gewichtszunahme würde dadurch begünstigt werden, da hohe Mengen an Fruktose auf die hormonelle Gewichtsregulierung einwirken würden.

Stevia, ein Süßungsmittel das aus einer Staudenpflanze gewonnen wird, wird in der Industrie als neues Mittel angepriesen. Die Staudenpflanze ist um ein vielfaches süßer als Zucker, fast kalorienfrei und zahnfreundlich. Stevia ist allerdings wie viele andere Zuckerersatzstoffe nicht frei von Mängeln. Es schmeckt leicht bitter bzw. metallisch, so dass in den Labors der Lebensmittelindustrie hart daran gearbeitet wird, den negativen Beigeschmack loszuwerden.

Quellen:

BfR (2009). Erhöhte Aufnahme von Fruktose ist für Diabetiker nicht empfehlenswert, Stellungnahme Nr. 041/2009 des BfR vom 06. März 2009.

Dommel M, von Hollen A, Ritgen C. (2011). Die süße Illusion. Zeit Wissen, , S. 58-63.

Peters A (2011). Das egoistische Gehirn: Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft. Ullstein., Berlin.

 

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